Gewohnheiten verändern: Der Schlüssel zur effektiven Führungskraft
Die meisten unter uns denken immer wieder einmal daran, lästige Gewohnheiten abzulegen. Kennst du das vielleicht auch?
Als Führungskräfte im Beruf, wie auch privat, sind unsere täglichen großen, wie kleinen Gewohnheiten maßgeblich entscheidend darüber, wie effektiv wir in unseren Aktionen sind. Sie entscheiden auch, ob und wie wir unsere Ziele erreichen.
Führung beginnt stets mit der Arbeit an der eigenen Person. Das bedeutet, wir müssen die Fähigkeit, unsere eigenen Gewohnheiten zu verändern, beherrschen. Dann sind wir in der Folge auch in der Lage, unsere Mitarbeiter und Teams entscheidend weiterzuentwickeln. Heute wollen wir uns gemeinsam ansehen, wie das möglich ist – und dazu gebe ich dir 5 ganz konkrete und einfach umzusetzende Tipps.
Warum Gewohnheiten über deinen Führungserfolg entscheiden
Gewohnheiten prägen unser tägliches Leben. Als Führungskraft ist es wichtig, sich bewusst zu machen, welche Gewohnheiten dich unterstützen und welche dich einschränken.
Studien zeigen, dass rund 40 % unseres täglichen Verhaltens auf Autopilot läuft, also über Gewohnheiten gesteuert wird. Im Führungsalltag heißt das: Deine kleinen, oft unbewussten Routinen entscheiden mehr über deinen Erfolg als jede strategische Entscheidung am Whiteboard.
Gewohnheiten verändern als Führungskraft: 5 Tipps für die Praxis
1. Reflexion und Zielsetzung
Nimm dir Zeit, um deine Gewohnheiten zu reflektieren. Bewusstsein ist stets der erste Schritt für Veränderung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Identifiziere Bereiche, in denen du dich verbessern kannst, und setze klare Ziele für dich als Führungskraft.
2. Schrittweise Veränderungen
Verändere deine Gewohnheiten schrittweise. Konzentriere dich auf eine Gewohnheit nach der anderen, um langfristige Veränderungen zu ermöglichen. Wenn du die Ansprüche an dich selbst zu hochsteckst, wirst du oftmals an der zu großen Hürde scheitern. Dir geht einfach die Motivation aus.
3. Positive Verstärkung
Belohne dich selbst oder ermutige deine Mitarbeiter, wenn positive Veränderungen eintreten. Lob und Anerkennung fördern den Wunsch, neue Gewohnheiten beizubehalten. Dazu brauchst du einen konkreten Plan für die Umsetzung und kannst damit eine positive Eigendynamik kreieren.
4. Schaffe eine unterstützende Umgebung
Gestalte dein Arbeitsumfeld so, dass es das gewünschte Verhalten unterstützt. Baue ein unterstützendes Netzwerk auf, das dich bei der Veränderung begleitet.
5. Selbstkontrolle
Stärke deine Selbstkontrolle und triff bewusste Entscheidungen. Dadurch wirst du besser in der Lage sein, deine neuen Gewohnheiten beizubehalten. Dieser Punkt fällt den meisten erfahrungsgemäß am schwersten. Das liegt daran, dass wir uns dazu erst bewusst machen müssen, was überhaupt dazu führt, dass wir uns unbewusst verhalten.
Führungsarbeit ist Handwerkszeug – und es lässt sich erlernen
In meinen Trainings und Coachings gehe ich mit Führungskräften explizit darauf ein, wie sie die spielend leichte Veränderung von Gewohnheiten bei sich selbst und in der Folge natürlich auch in ihren Teams verändern können. Führungsarbeit ist nichts anderes als ein Handwerkszeug, und es gilt, diese Techniken zu erlernen, um effektiv, nachhaltig und erfolgreich führen zu können.
Das Erlernen dieses Handwerkszeugs wird dir helfen, Missverständnisse, Konflikte und leere Kilometer in deinen Teams zu vermeiden. Dadurch wirst du jede Menge wertvoller Ressourcen wie Zeit und Geld sparen können und dich den wirklich wesentlichen Dingen besser widmen können.
Warum sich die Arbeit an deinen Gewohnheiten doppelt lohnt
Wusstest du, dass laut Gallup-Studie nur rund 30 % der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen aktiv engagiert bei der Sache sind und weitere 30 % sogar aktiv gegen den Unternehmenserfolg arbeiten? Stell dir alleine vor, was du schon mit kleinen Veränderungen erreichen kannst.
Häufige Fragen zur Veränderung von Gewohnheiten (FAQ)
Wie lange dauert es, eine neue Gewohnheit zu etablieren?
Studien zeigen: im Schnitt rund 66 Tage. Die Spanne ist groß – je nach Komplexität der Gewohnheit. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern dass du dranbleibst.
Welche Gewohnheiten sind für Führungskräfte besonders wichtig?
Aus meiner Erfahrung sind es vor allem: aktives Zuhören, regelmäßige Selbstreflexion, klare Priorisierung und der bewusste Umgang mit der eigenen Zeit und Energie. Das sind die Hebel mit der größten Wirkung.
Was tue ich, wenn ich in alte Muster zurückfalle?
Rückfälle gehören dazu. Entscheidend ist nicht, ob du fällst, sondern wie schnell du wieder einsteigst. Genau darum ist Schritt 4 – eine unterstützende Umgebung – so wichtig.
Kann ich auch die Gewohnheiten meines Teams verändern?
Direkt: nein. Indirekt: ja. Teams orientieren sich immer am tatsächlichen Verhalten ihrer Führung – nicht an ihren Worten. Wenn du dich veränderst, verändert sich dein Team mit.
Lass uns persönlich sprechen
Wie das geht, zeige ich dir gerne persönlich. Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.
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Bis bald,
Wilhelm Tupy
Quellen und weiterführende Literatur
- „Atomic Habits“ von James Clear (2018): Eine einfache Methode, um gute Gewohnheiten zu etablieren und schlechte abzulegen.
- Lally, P., et al. (2010). „How are habits formed: Modelling habit formation in the real world.“ European Journal of Social Psychology, 40(6), 998–1009.
- Wood, W., & Rünger, D. (2016). „Psychology of Habit.“ Annual Review of Psychology, 67, 289–314.
- Gollwitzer, P. M., & Sheeran, P. (2006). „Implementation intentions and goal achievement: A meta-analysis of effects and processes.“ Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119.
- „The Power of Habit“ von Charles Duhigg (2012): Warum wir tun, was wir tun – in Leben und Business.